eBay Partnerprogramm mit neuer Vergütungsstruktur ab 1. Oktober

Eines der meist kontrovers-diskutierten Preismodelle in der letzten Jahre ist wohl das Preis- bzw. Vergütungsmodell des eBay Partnerprogramms (eBay Partner Network). Seit langer Zeit war eine Überarbeitung des Preismodells angekündigt und nun wird es ab 1. Oktober auch so weit sein. Doch blicken wir erstmal ein wenig zurück.

Das alte Preismodell Quality-Click-Pricing


Meine ersten Erfahrungen machte ich mit dem eBay Partnerprogramm als es noch bei affili.net integriert war (vor 2009). Dort gab es einen Festen Pay-per-Click Preis von 0,15 Euro soweit ich mich erinnern kann. In der damaligen Zeit ein netter Verdienst, den man gut skalieren konnte und mit dem man zusätzlich gut rechnen konnte. Die Werbemittel waren mit dem eBay Relevance Ad für diese Zeit auch recht innovativ. Irgendwann wurde das Partnerprogramm auf eine eigene Plattform übertragen und dort dann ein neues Preismodell eingeführt: Das sog. “Quality Click Pricing“. Diese Art des Preismodells erntete bis heute viel Kritik, meiner Meinung nach durchaus auch zu recht. Denn mit dem QCP wurde zwar weiterhin für jeden Klick bezahlt, dennoch wusste niemand so genau, wie sich denn jetzt der Klickpreis genau errechnete. eBay gab nur bekannt, dass sich der EPC (Earnings per Click) anhand der Qualität des Traffic berechnet. Also im Endeffekt steht hier eine Formel dahinter, die sich aus verschiedenen Qualitäts-Faktoren (Quote Sofort-Kaufen, Häufigkeit Gebotsabgabes usw..) errechnet. Doch die genaue Formel hat man bis heute nicht bekannt gegeben. Hier fehlt mir eindeutig die Transparenz. Vom Verdienst kann man wohl keine pauschale Aussage treffen. In meinem Fall des Gutschein-Publishing war es Anfangs durchaus eine gute Verbesserung und so konnte man auch Klickpreise von 0,50€ im Durchschnitt erzeugen. Langfristig ist die Berechnung des EPC aber deutlich gesunken und durch die fehlende Transparenz wusste man nie so genau warum. Das soll sich mit dem neuen Modell nun ändern:

Das neue Preismodell: Kategoriebasiert und “Revenue Share”


Das neue Modell wird nun endgültig am 1. Oktober online gehen. Viele Publisher haben sich nach mehr Transparenz und somit mehr Möglichkeiten zur Optimierung gesehnt. Das ist selbst an eBay nicht vorbei gegangen und dem Wunsch wollen sie nun gerecht werden. Das Preismodell basiert nun an einer prozentualen Beteiligung, wie es im Affiliate Geschäft üblich ist (Pay-per-Sale). Dabei wird der Publisher je nach Kategorie zu verschiedenen Prozentsätzen am “Gewinn” von eBay beteiligt.

Derzeit sind diese in Europa so gestaffelt:

  • 75% Auto & Motorrad: Teile
  • 80% Fashion
  • 75% Lifestyle
  • 40% Sammeln & Antiquitäten
  • 55% Elektronik
  • 50% Business & Industrie
  • 40% Medien
  • 50% Auto & Motorrad: Fahrzeuge
  • 50% Alle anderen

Doch von welchem anteiligen Gewinn reden wir eigentlich? Es handelt sich um die Spalte “Gewinn aus Höchstgeboten”, die es bereits seit QPC in der Statistik gibt.

Zusätzlich gibt es einen interessanten “Boni” für reaktivierte Käufer (12 Monate keinen Kauf) bzw. eBay Neukunden. Für jede solch vermittelte Transaktion bekommt man einen Bonus von 200% auf die ursprüngliche Provision. Ebenfalls wird die Cookie-Laufzeit für Auktionen von 7 auf 10 Tagen erhöht.

Bei unserem neuen Preismodell werden wir sowohl „Sofort-Kaufen“-Artikel als auch Artikel mit Gebotsabgabe anders als bisher verfolgen. Bei „Sofort-Kaufen“-Artikeln erhalten Sie eine Provision, wenn der Nutzer den Kauf innerhalb von 24 Stunden abschließt. Bei Abgabe eines Gebots (das am Ende der Auktion nicht unbedingt das Höchstgebot sein muss) innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Klick verlängern wir den Zeitraum, in dem Sie für die Zuführung des höchsten Gebots entlohnt werden, von 7 auf 10 Tage, d.h. auf die maximale Dauer einer Auktion.

Verdient eBay durch eine erfolgreich-gewonne Auktion im Bereich Fashion also z.B. 2 Euro, bekommt der Publisher in diesem Fall davon 80%, also 1,6 €. Handelt es sich noch um eine Transaktion eines Neukunden, bekommt man als Bonus nochmals 3,2€ on top. An dieser Berechnung sieht man bereits, dass die Einnahmen also nun sehr abhängig von der Wertigkeit der verkauften Produkte abhängt. Je höher der Artikelpreis, desto Höher der “Gewinn aus Höchstgeboten” von eBay, desto höher die Provision für den Publisher.

Fazit


Eine pauschale Aussage darüber zu treffen, ob man mit diesem Modell nun mehr oder weniger verdient als vorher ist eigentlich nicht möglich. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle. Doch die verbesserte Transparenz muss man loben, denn theoretisch kann man jetzt sehen, wie sich die Einnahmen berechnen, also z.B. aus welcher Kategorie sie in welcher Höhe kommen. Das Ganze kann man dann natürlich noch auf Kampagnenebene runterbrechen. Je nach Ausrichtung der Publisher können dies natürlich wichtige Hinweise zur Optimierung sein. Wie bereits im Artikel oben erwähnt, dürften die Verlierer Content-Seiten sein, die auf niedrig-Preis Artikel verlinken, bei denen eBay wohl eine sehr geringe “Gewinn aus Höchstgeboten” Marge hat. Die Gewinner sind Seiten aus dem Bereich der Kategorien mit hohen Prozentsätzen, sowie höher-preisigen Artikel. Man darf gespannt sein, wie sich das Ganze entwickelt.

Was ist eure Erfahrungen zum eBay Partnerprogramm und im speziellen eure Meinung zum neuen Preismodell? Ich freue mich über Kommentare!